Die Schattenseiten des Erfolges

26. August 2010: Der Widerstand gegen Red Bull wird größer

Nach  Salzburg und Leipzig positioniert sich Red Bull mit den New York Red Bulls jetzt auch in Amerika, doch der Widerstand wird größer.  Daniel Barthold (stern.de) beschäftigt sich eingehend mit den Aktivitäten des Getränkeherstellers und beleuchtet dabei auch die Schattenseiten des Erfolges: „Die Fußball-Abteilung des österreichischen Energy-Drink-Herstellers gibt mächtig Gas. Unter der Federführung von Ex-HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer geht die Red Bull GmbH drei unterschiedliche sportliche Ziele an – mit hohem betriebswirtschaftlichen Nutzen. Für Red Bull geht es nicht nur um sportliche Erfolge, die natürlich die finanziellen Mittel erhöhen und das Interesse für mögliche Neuzugänge und Sponsoren- und Fernsehgelder wecken. Die Marktpositionierung und die Erschließung dieser Märkte sind für den Konzern hoch interessant. Somit stehen Red Bull sportlich viele Türen offen – und ist wirtschaftlich konkurrenzfähig. Man kann mit drei Klubs drei verschiedene Märkte des Profi-Fußballs erschließen: die Champions League, die Bundesliga und die Major League Soccer. Einziges Problem ist der Gegenwind der Fußball-Fans. In Leipzig und im gesamten ostdeutschen Fußball sind die Spieler von RB Leipzig einem beispiellosen Hass ausgesetzt. Auswärtsspiele sind für die Spieler ein reiner Spießroutenlauf. Auslöser für die Fans sind das Wegkaufen von Leistungsträgern durch Red Bull und fehlende Tradition von RB Leipzig. Selbst in New York folgen Fans dem Beispiel aus Europa. Viele Fans sorgten für die Neugründung des ehemaligen Beckenbauer-Klubs New York Cosmos und hoffen auf einen Startplatz in der MLS. Sollte der Höhenflug der Fußball-Abteilung von Red Bull weitergehen, wird der Unmut der Fußball-Anhänger weitergehen – wahrscheinlich noch schärfer als gegen 1899 Hoffenheim.“

Red Bull setzt auf Leipzig
Michael Smejkal (Süddeutsche Zeitung) fürchtet die Folgen des Scheiterns von Red Bull Salzburg in der Champions-League-Qualifikation – auch für die Bundesliga: „Just im Saisonendspurt im Mai plauderte Klubbesitzer Dietrich Mateschitz plötzlich locker über seine Fußball-Visionen. Darin hat Salzburg erstaunlich wenig Platz. Mittelfristig soll Leipzig die Fußball-Ambitionen des Konzerns führend vertreten. Noch ist der Ableger RB Leipzig in der viertklassigen Regionalliga angesiedelt, beim gewohnten Investitionsprogramm des Unternehmens lässt sich aber an wenigen Fingern abzählen, wann Leipzig zum Sprung in den Europacup ansetzt. Welche Prioritäten der Konzern setzt, nahm man zuletzt in Salzburg zur Kenntnis: Red Bull verpflichtete den Franzosen Thierry Henry und Mexikos Kapitän Rafael Marquez – beide sollen die Fußball-Sektion New York befeuern. So zieht langsam, aber sicher die große europäische Fußballwelt, von der Salzburg nach dem Einstieg von Red Bull träumte, an dem Klub vorbei.“