Die Männlichkeit steht auf dem Spiel

6. Juli 2012: Homophobie im Fußball

Eine neue Studie zeigt, warum Homophobie im Fußball ein größeres Problem ist als Rassismus und Sexismus. Anja Kühne berichtet bei  Zeit Online: „Schwarze, Schwule und Frauen – mit ihnen hat der Fußball ein Problem. Affenlaute begleiteten bei der Europameisterschaft das Auftreten schwarzer Spieler, Starstürmer Balotelli wurde mit Bananen beworfen. ‘Ich hoffe, dass keine Schwulen in der Mannschaft sind‘, erklärte Italiens Spieler Antonio Cassano. Dass das deutsche Team frei von Schwulen ist, hatte DFB-Manager Oliver Bierhoff schon vor einem Jahr klargestellt, als er sich gegen einen ‘Angriff‘ im ‘Tatort‘ wehrte. Dort hatte eine Figur behauptet, die halbe Elf einschließlich Trainerstab sei schwul. Anders als Schwule waren Frauen bei der EM erwünscht: als staunendes Publikum für die sportlichen Männer und als ‘sexy Spielerfrauen‘ (Bild). (...)

Rassistisch, homophob und sexistisch ist der Fußball – aber warum gerade er so sehr? Und kann sich das ändern? Gabriele Dietze, Professorin für Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität, geht diesen Fragen mit Blick auf die gesellschaftliche Funktion des Fußballspiels nach: Dem Fußball kommt eine herausragende Bedeutung in der Konstruktion der ‘Nation‘ einerseits und in der Konstruktion von ‘Männlichkeit‘ andererseits zu, erklärt Dietz.“