DFB-Integrationspreise verliehen

30. März 2015: Wichtiger Beitrag zur Integrationsarbeit oder „Pass ins Leere“?

Unter dem Motto „Viele Kulturen, eine Leidenschaft“ zeichnete der DFB am vergangenen Freitag zum neunten Mal engagierte  Vereine, Schulen und Projekte mit dem Integrationspreis aus. Präsident Wolfgang Niersbach bekräftigte bei der großen Gala, dass der DFB und seine sieben Millionen Mitglieder alle Menschen mit offenen Armen empfange – ganz gleich welche Hautfarbe, Religion oder Sprache sie hätten.

 

Den Sonderpreis teilten sich die  FC St. Pauli Rabauken, die für ihre Schulkooperationen ausgezeichnet wurden, mit dem Hamburger Verein  Nestwerk, der kostenlose Sport- und Freizeitangebote einrichtet, Straßenfußball-Turniere organisiert und Schulabgänger bei der Suche nach einer Lehrstelle berät.

 

Für ein ähnliches Angebot wurde dem  Sportkreis Stuttgart in der Kategorie „freie und kommunale Träger“ der erste Preis verliehen, der Augen auf e.V. aus Sachsen und das Kolping Bildungswerk Kaufbeuren reihten sich in die Gewinnerliste ein. Für ihre Arbeit an der Basis wurden neben vier Schulen wieder diejenigen Vereine ausgezeichnet, die in besonderer Weise den Fußball zu Integrationszwecken einsetzen. Die diesjährigen Integrationspreise in der Kategorie „Verein“ gingen dabei vor allem an solche Vereine, die spontan reagierten und Angebote für Flüchtlinge schufen oder seit Jahren bemüht sind, Menschen aus Asylunterkünften mit einzubeziehen. Über einen Mercedes Vito, beziehungsweise 10.000 und 5.000 € freuten sich der SV Lindenau, der FSV Dornberg sowie der FC Süderelbe.

 

Leider werden die Gewinnerprojekte auf den Seiten des DFB nicht in dem Ausmaß gewürdigt, wie sie es mit Sicherheit verdienen. Über die Zweit- und Drittplatzierten erfährt der interessierte Leser rein gar nichts. Was etwa den  FSV Dornberg oder die  Heinrich-Böll-Gesamtschule Köln in den Augen des DFB so besonders macht, bleibt im Dunkeln. Dazu passt die  Kritik des Deutschlandfunks, der den Integrationspreis mehr und mehr als „Pass ins Leere“ sieht. Er prangert vor allem die fehlende Einbeziehung der Hauptdarsteller, nämlich der Preisträger an. Diese verschwänden bei der  Gala hinter der versammelten Prominenz und kämen kaum zu Wort. Der DFB müsse darüber hinaus angesichts niedriger Medienresonanz und der Auffassung von Selbstverständlichkeit darauf achten, dass das, was als wichtige Geste gedacht sei nicht zum „hohlen Ritual“ verkomme. Denn: gewöhnlich ist anders!