Deutschland gewinnt 2:0

21. Juli 2012: Nach Sieg gegen USA reicht Unentschieden fürs Viertelfinale

Deutsche Gehörlosen-Nationalmannschaft

Axel Brügmann von  filmblau° Produktion berichtet vom 19. Juli 2012:

Es ist 6 Uhr am Morgen, noch etwas verschlafen bauen wir die Kameras vor dem Hotel auf. Frank Zürn lässt die Jungs antreten. Das wichtige Spiel gegen die USA wird heute um 10:30 Uhr angepfiffen, die Spieler sollen hellwach ins Match gehen, daher die leichte Laufeinheit am Morgen. Der Verkehr ist so früh am Morgen einigermaßen erträglich, kein Chaos wie in den letzten Tagen.

Wir erreichen das Stadion. Ein altes, klassisches Fussballstadion mit Tartanbahn und Betonrängen. Der Gegner ist schon da. Kurze Gesten der Begrüßung, dann wieder Konzentration auf das alles entscheidende Match. Einige Mitarbeiter der deutschen Botschaft in der Türkei, das Damenteam der USA sowie einige türkische Schlachtenbummler haben sich eingefunden. Das Spiel beginnt und Deutschland erspielt sich einige Chancen. Dann fällt das 1:0 aus dem Gewühl heraus: Fabian Trappe, der deutsche Kapitän, hat eingenetzt. Mit diesem Spielstand geht es auch in die schattige Kabine. Die Spieler sind dankbar für die Unterbrechung, denn bei 34 Grad fällt jeder Sprint schwer.

Beide Mannschaften kommen gut erholt aus der Kabine und es gibt gute Chancen auf beiden Seiten. Dann wird Robin Bayer im Strafraum zu Fall gebracht und bekommt einen 11 Meter zugesprochen. Andreas Fischer schnappt sich den Ball. Er läuft an und hämmert den Ball knapp unter die Latte. Deutschland siegt verdient mit 2:0. Die Freude und die Erleichterung ist groß, jetzt haben sie es in der eigenen Hand ins Viertelfinale einzuziehen, ein Unentschieden im Spiel am Samstag gegen Korea reicht der deutschen Mannschaft. Der Trainer ist zufrieden.

Spontan wird entschieden, den Nachmittag am einzig sinnvollen Ort bei diesen Temperaturen zu verbringen - im Freibad. Wie immer packen die Jungs auch im Bad den Fussball aus, ein Match gegen türkische Jugendliche wird ausgetragen und die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Am Abend gibt Frank Zürn den Spielern Ausgang bis nachts um 1 Uhr. Wir begleiten einige Jungs auf ihrem Weg in die Stadt. Es ist immer wieder schön zu sehen wie offen, freundlich und ohne jede Scheu die Spieler auf die Gastgeber zugehen und sich mit Händen und Füssen mit ihnen verständigen. Sport als Völkerverständigung - das trifft hier wirklich zu.

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