Deutschland auf Platz 5

28. Juli 2012: Spiel gegen Frankreich verdient gewonnen

Mannschaft demonstriert Geschlossenheit

Axel Brügmann von  filmblau° Produktion berichtet vom 27. Juli 2012:

Früh um 5:30 startet die Mannschaft in den mittlerweile legendären Morgenlauf. Wir schlafen aus, die 50 Cent in die Mannschaftskasse sind es uns wert. Schließlich müssen wir heute fit zum wichtigen Spiel um den 5. Platz gegen Frankreich auf der Matte stehen.

Frank Zürn verändert die Aufstellung im Vergleich zum Spiel gegen Thailand nur leicht, wieder lässt er die jungen Spieler von Beginn an ran. Die Mannschaft startet voller Elan und erspielt sich einige schöne Torchancen. Eine davon nutzt Benjamin Christ zum verdienten 1:0. Firat Kaya trifft kurz vor der Pause noch die Latte. Das französische Team ist körperlich überlegen, kann sich aber kaum in Szene setzten, da die deutsche Truppe fast alle Zweikämpfe gewinnt.

Nach der Pause bietet sich das gleiche Bild. Die jungen Spieler der deutschen Mannschaft gehen konzentriert zu Werke und erspielten sich immer wieder Torchancen. Schließlich pfeift der Schiedsrichter noch einen berechtigten Foulelfmeter, den Benjamin Christ sicher verwandelt. Mit dem Schlusspfiff liegen sich die Spieler und das Trainerteam in den Armen. In die Jubelszenen mischte sich aber auch ein wenig Frust. Warum hatte man gegen Ägypten nicht annähernd diese geschlossene und spielerisch tolle Mannschaftsleistung abrufen können? Dann wäre man mit Sicherheit als Gewinner
vom Platz gegangen.

Dann geht es zurück ins Hotel zum Mittagessen. Auch die Damen haben ihr letztes Spiel gegen Polen gewonnen, zur Feier fahren wir gemeinsam in den Aquapark, ein großes Schwimmbad hier in Ankara. Beim Baden herrscht ausgelassene Stimmung. Die Konzentration und Anspannung der letzten beiden Wochen fällt vom Team ab, überall lachende Gesichter. Die Jungs werfen die Mädels ins Wasser, wir haben eine kleine wasserdichte Kamera dabei, die wir den Spielern in die Hand drücken. Dabei entstehen jetzt schon legendäre Aufnahmen.

Gegen 19:30 Uhr sind wir dann wieder zurück im Hotel. Frank Zürn gibt der Mannschaft heute abend frei und das komplette Team genießt den Abend, lässt die Spiele noch einmal Revue passieren und hat Spaß. Für Heiko und mich ist es erstaunlich, wie schnell die letzten Tage vorbei gegangen sind. Wir fühlen uns, als ob wir die Gruppe schon Monate kennen. Ich weiß jetzt schon, dass ich die Art und Weise des Miteinanderumgehens und die herzliche Art der Gehörlosen in meinem Alltag vermissen werde. Selten habe ich so viel gelacht wie in den letzten Tagen. Es war eine große Freude, diese Jungs begleiten zu dürfen

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