Der Sonnenkönig bleibt im Schatten

28. Juni 2011: Sepp Blatter geht in Deckung

Der Fifa-Präsident Sepp Blatter hält sich nach den skandalträchtigen letzten Wochen  – mit Ausnahme der offiziellen Pressekonferenz zur Eröffnung der Frauen-WM – im Hintergrund. Diejenigen unter den knapp 74 000 Zuschauern, die Blatters diskrete Ankunft beim Eröffnungsspiel überhaupt mitbekamen, empfingen den wegen der vielfältigen Korruptionsvorwürfe nicht mehr wohlgelittenen Walliser mit Gleichgültigkeit. Der Fifa-Boss sah von einem Grußwort ab und verharrte neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Tribüne.

Der Auftritt im Pressezentrum am Samstag war schon alles andere als das Erscheinen des Mannes, der gerne als Imperator des Weltfußballs gilt. Im Reich des Sonnenkönigs gibt es einige Sonnenfinsternisse, die dunkle Schatten auf die Weltregierung des Fußballs werfen. So saß auf dem Podium ein leicht gebeugter Mann, manchmal fahrig und schlecht vorbereitet auf das Ereignis, das Blatter selbst “als Meilenstein in der Entwicklung des Fußballs“ bezeichnete. 2011 mal nicht von seiner schönsten Seite, kommentiert Jürgen Ahäuser bei der  Frankfurter Rundschau.