Der Querschnitt der Gesellschaft

8. September 2014: Queer Football Fanclubs trafen sich in Nürnberg

Am vergangenen Wochenende kamen in Nürnberg die  Queer Football Fanclubs zusammen. Seit 2006 existiert das Netzwerk schwul-lesbischer Fanclubs. Besser gesagt: "queerer" Fans - eine Formulierung, die nicht nur transidente und bisexuelle Fußballbegeisterte einbezieht, sondern auch die gern willkommenen Heteros. Gemeinsam kämpft das Bündnis gegen Homophobie im Fußball. QFF umfasst derzeit mehr als 1200 Aktivisten, Tendenz steigend.

Neben Satzungsfragen und geplanten Aktivitäten stand am Samstag auch eine öffentliche Podiumsdiskussion auf dem Programm. "Coming-Out eines aktiven Profispielers" war das Thema - ein gelungener, wenn auch nur theoretischer Anlass für Podium und Konferenzgäste, sich über die Zustände in Stadien, Vereinen, Presselandschaft und Mannschaftskabinen auszutauschen. Was hindert einen schwulen Sportler am Coming-out? Das Verhalten der Mitspieler? Die Fans? Die Presse? Der Verein?

Besonders erfrischend: Ralph Gunesch, langjähriger St. Paulianer, jetzt Spieler beim FC Ingolstadt, konnte die andernorts oft fade theoretisierende "was-wäre-wenn-Debatte" um Einschätzungen aus dem Profi-Fußball bereichern. Eine der Kernaussagen des Nachmittags stammt von ihm: "Eine Fußballmannschaft ist auch ein Querschnitt der Gesellschaft". So wie - wenn auch in anderer Form - eine Fankurve. Die entscheidende Frage ist und wird sein: Wie gelingt es im Fall der Fälle, die schweigende Mehrheit dazu zu bringen, Partei zu ergreifen. Für einen Fußball, in dem sich jede/r wohl fühlen kann. Die Queer Football Fanclubs arbeiten daran.