Der Fußball ist ein Schmierensumpf

28. Juni 2010: Fifa-Funktionäre gestehen die Entgegennahme von Bestechungsgeldern

Hohe Fifa-Funktionäre haben eingeräumt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe kassiert zu haben. Ihre Namen werden dadurch nicht öffentlich. „Ein stillschweigender interner Deal – die Frage ist, warum: Weil die Haftbarmachung einzelner Funktionäre verbandsintern eine Lawine ausgelöst hätte, nach dem Motto: Warum ich – und der nicht? Die Vermutung liegt ebenso wie der Verdacht nahe, dass ein Schmiergeldprozess um Fifa-Funktionäre direkt die nächste WM 2014 in Brasilien betroffen hätte“, berichtet Thomas Kistner (Süddeutsche Zeitung).

Zum Hintergrund: „In Südafrika logieren Fifa-Boss Sepp Blatter und Kameraden in Pomp und Protz und düsen per Privatjet durchs WM-Land, gechartert wurden ‚Fifa One‘ und ‚Fifa Two‘, wobei letztere offenbar in ruandischem Besitz steht. Die Fußballbosse lassen sich als Heilsbringer huldigen, greifen Orden wie Bonbons ab und schielen auf den Friedensnobelpreis für ihr Afrika-Engagement. Mitten hinein in die postkoloniale Selbstfeier platzte gestern das Strafgericht des Schweizer Kantons Zug mit der Mitteilung, dass hohe Fifa-Funktionäre eingeräumt haben, offenkundige Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert zu haben. Denn nur so konnten sie einen anlaufenden Strafprozess wegen Korruption abwenden – vor Gericht wären ihre Namen öffentlich geworden. Also erstatteten sie zwecks Verfahrenseinstellung der Fifa die von Sonderstaatsanwalt Thomas Hildbrand verfügte Summe von 5,5 Millionen Schweizer Franken zurück.“