Der Euro rollt

22. Juni 2012: Die ‘Pleiteländer‘ und die Europameisterschaft

Im EM-Blog des österreichischen Fußballmagazins  ballesterer macht sich Akademie-Mitglied  Nicole Selmer Gedanken über den Zusammenhang zwischen dem Euro und der Euro: “Bei der EURO geht’s um Geld, deswegen heißt sie auch so. Ökonomisch auf dem Abstellgleis, können ‘Pleiteländer‘ wie Spanien, Italien und Portugal hier allerdings noch groß aufspielen. Besonders im Fokus steht die Partie Griechenland gegen Deutschland. Wird Hellas den Wählerwillen vollstrecken und sich dem Spardiktat auch auf dem Platz unterwerfen? (...)

Ein griechischer Sieg würde die sportliche Eurozone erschüttern – und vielleicht auch einige Dellen in der wirtschaftlichen hinterlassen. Ob und wie Angela Merkel und der neue griechische Ministerpräsident Antonis Samaras das auf der Tribüne in Gdansk betrauern oder feiern würden, ob gar eine Spielwiederholung anzusetzen wäre, bis das richtige Ergebnis herauskommt? – Vermutlich alles akademische Fragen. Der griechische Kapitän Giorgios Karagounis, Held des letzten Vorrundenspiels und gegen Deutschland gesperrt, hat aus dem Ausgang der Wahlen schon seine eigenen Schlüsse für den Ausgang des Spiels gezogen, wie das Künstlerkollektiv Schwabinggrad-Ballett aus Griechenland berichtet: ‘Die Botschaft der gestrigen Wahlen ist bei uns angekommen‘, wird Karagounis zitiert. ‘Alle Spieler haben sich dazu entschieden, beim Spiel gegen Deutschland das zu tun, was die Mehrheit der Griechen sich wünscht: Wir werden verlieren‘.“