Bundesliga-Tipp Spieltag 32: Das Massaker am Liga-Dino, oder: Wer bewegt sich am Abgrund zuerst?

Spannung pur in der Liga: Der BVB könnte sein Weniger-als-25-Punkte-Rückstand-Ziel tatsächlich schaffen, Schalke bleiben keine zwei Wochen mehr, um seinen Trainer zu entlassen, Panikmache im Relegationskrimi aber gilt nicht. Dazu nur scheinbar paradox: Ausgerechnet eine K.o.-Paarung Nürnberg - Fürth könnte das finale Massaker am Liga-Dino noch verhindern … derweil holt sich ein alter Auskenner kaltlächelnd die Führung im Tippspiel zurück – on Top zum vierten Mal heuer bereits: Dieter Gaßner!

 

Akademie Bundesliga-Tipp 2013/2014: Der Stand nach Spieltag 32


Rundschreiben zum Bundesliga-Tippspiel
der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur


Liebe Tipperinnen und Tipper,


drei Spieltage später sind die Osterhasen geschlachtet, die Schokoeier weggeputzt und erwartet die Liga ihren Final Countdown 2014. Nur noch ein Punkt aus zwei Spielen beispielsweise fehlt dem BVB, um das große Saisonziel zu erreichen: weniger als die zuletzt noch 25 Zähler Rückstand auf die Bayern; BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im August 2013, wie folgt in die Schlagzeile gepresst: „Wir sind diesmal zu stark für 25 Punkte Rückstand.“

Ein bisschen Gerangel gibt es noch um den dritten sicheren und den vierten nicht ganz so sicheren Startplatz in der Champions League: mit besten Chancen für Schalke 04 und seinen Trainer, der im hübschen Gelsenkirchen einen der heißesten Catwalks des Landes beschreiten darf; Jens Keller kurz vor Weihnachten: „Fünfmal war ich in der öffentlichen Wahrnehmung fast schon weg – es waren zum Beispiel Roberto Di Matteo, Armin Veh und Stefan Effenberg alle schon angeblich sicher hier“. Nur haben die eben nicht mit den sieben oder auch neun Leben der Katze Keller gerechnet.  

Dann aus hiesiger Sicht natürlich ganz besonders prickelnd bzw. deprimierend: das Slow-Motion-Spektakel am Abgrund mit HSV, Club und den Braunschweiger Löwen als den allerletzten Traumtänzern. Bevor es zwei von dreien endgültig zerlegt, musste selbstredend noch mal ein Trainer abstürzen; Gertjan Verbeek konnte es nicht fassen: „Panikreaktion!“ Eben, was soll die Panik, wenn sowieso keiner punkten will, alle drei ihre letzten Spiele wie gehabt mit null Zählern absolvieren werden (schon jetzt deutet alles darauf hin, dass wir 2014 den punkteschwächsten Sechzehnten haben werden, denn selbst Energie Cottbus kam 2009 auf immerhin noch 30 Zähler). Und sich Uwe Seelers Klage so doch noch in die Relegation hinüberretten kann: „Alle HSV-Herzen bluten.“ Dort aber warten die Killerteams aus Fürth oder Paderborn, und die freuen sich ganz bestimmt schon auf das finale Massaker am Liga-Dino.

In Wahrheit aber spricht wenig für den HSV. Mitleid, weil die doch gar nicht wissen können, wie das geht? Soll doch lieber Absteigerkrösus Nürnberg mal wieder, die kennen sich aus, siebenfach geschult? Geht leider nicht, muss vorher noch der Champions League-Sieg her, denn hier wird erst nach einem Titelgewinn so richtig abgestiegen, und ein bisschen Steigerung muss schon sein: nach Meisterschaft oder Pokalsieg?, hatten wir doch schon. Oder ist man sich hierzulande gar zu schade für einen Support aus Restbayern, nächsten Samstag z.B. bei HSV - FCB und Braunschweig - Augsburg? Mouu mer aggzebbdier’n, die Kröte schlucken, ausnahmsweise. Aber bitte, eigentlich müsste ja Braunschweig sein nominell einfachstes Restprogramm nutzen, um nur so aus dem Windschatten zu schießen. Fehlt halt bloß der Wind, weil nichts als totes Rennen, Stillstand, absolute Flaute, seit Wochen schon. Bliebe noch ein Szenario, das den Dino tatsächlich retten könnte, und wer weiß, vielleicht sogar das realistischste von allen: Dem HSV bleibt die Relegation erspart. Und er bleibt trotzdem drin. Weil dort nämlich Nürnberg gegen Fürth antreten sollte, aber Nürnberger und Fürther das dann partout nicht wollen und werden; gewissermaßen als Optimierung und pro memoria glorreicher Zeiten, als man vor rund 90 Jahren zwar mal die komplette Nationalmannschaft stellte, und sogar 1:0 in Holland gewann, aber auf gar keinen Fall zusammen im selben Zugwaggon sitzen wollte, geschweige denn zusammen jubeln. So ähnlich eben wie bei einem Champions League-Finale Chelsea - Real, das nachträglich dann der FC Bayern gewinnt, weil sich beide vom nie stattfindenden Anstoß weg weigern, standhaft im eigenen Strafraum soz., jemals in Ballbesitz zu kommen. 


Doch zurück zur Bundesliga, Stillstand demnach in den meisten Tabellenregionen – kann man sich die Tippauswertung auch gleich schenken? Genau, einerseits. Über drei Runden hinweg notieren 14 Vereine in der Tat gleich, und auch die sechs restlichen haben sich nur um insgesamt neun Positionen verschoben. Und nein, denn andererseits reicht das bereits für eine mittelschwere Revolution in unserem Top-Ranking. So schieben sich fünf Tipper zurück unter die zehn Besten, Ex-Spitzenreiter Jan Welle stürzt ab auf Platz 10 und statt seiner holt sich ein alter Auskenner die Führung zurück – mit 44 Punkten und bereits zum vierten Mal heuer ganz oben steht Dieter Gaßner. Nur einen Zähler dahinter auf der Lauer liegen Stefan Bauer, Jannis Albus (beide Ex-11.) und Michael Schott, gefolgt von Volker Goll, André Dersewski (Ex-23. und um sieben Zähler verbessert!), Jo Seuß, Markus Schroth (beide Ex-11.), Oli Fritsch und Günter Clobes.

Die aktuelle Tabelle nach  32 Spieltagen (pdf, 69KB) finden Sie hier.


Dort finden Sie, ganz unten und leider seit Monaten ziemlich deutlich abgeschlagen, auch unsere treue Mittipperin Anette Stumptner, die diesmal alles auf diese eine Karte, Marke Exotik gesetzt hatte (Meister: Werder); und das kann eben mal schiefgehen. Nur am 12. Spieltag sah es für einen Moment so aus, als ginge noch was (dieses eine Mal von der 171 hoch auf 168), das war’s dann aber auch. So bleibt uns der Dank für eine bis dato einmalige Absicherung nach hinten, Anette aber die Aussicht auf eine goldene WM: natürlich bei irgendeinem Tippspiel, und – auf einen WM-Song zum Mitgröhlen und goldene Nase verdienen. Ist sie doch eng verbandelt mit einer der Stimmungskanonen von Geier Sturzflug, die endlich mal wieder ihr eigenes Bruttosozialprodukt steigern wollen, am liebsten mit dem Stimmungsprodukt No. 1, dem Fußball. Denn wer könnte  d a z u  schon Nein sagen: „Es gibt nix Schöneres (als Weltmeister zu werden)" http://www.youtube.com/watch?v=hGwJv8gtZbo


Soviel für heute, die dann vorletzte Meldung der Saison kommt wie versprochen gleich Anfang nächster Woche nach Runde 33.

Mit sportlichen Grüßen aus der Noris!
Ihr

tippwart joschko