Bundesliga-Tipp Spieltag 25: Das Kleeblatt grünt nur noch in Kamerun...

Die Bundesliga spielt ein 1-2-12-2-1, das Kleeblatt grünt nur noch in Kamerun und die Top 10 unseres Tippspiels ist eine dicht gestaffelte Vierzehn.

Akademie Bundesliga-Tipp 2012/2013: Der Stand nach Spieltag 25

Liebe Tipperinnen und Tipper,


vorn und hinten sauber sortiert, dazwischen quetscht sich dann ein ziemlich dickes Ding. Auf ihrer Jubiläumsrunde zeigt sich die Bundesliga eingangs der Zielgeraden so strukturiert wie selten, die Milieus scheinen sich ihrem Schicksal zu fügen. Das Schema ist dabei unverkennbar postmodern, und bestimmt auch ein bisschen neoliberal: eine Aufstellung im Format 1 - 2 - 12 - 2 - 1.

Sie bietet krasse Ressourcen-Extreme an den Polen (Ausnahme Hoffenheim) und eine zahlenmäßig starke Mittelschicht, die auf längere Sicht aber deutlich abgehängt sein dürfte (Ausnahme vielleicht Schalke). Ein Armutsbericht der Liga würde die wachsende Einkommensspreizung zwischen Champions League-Teilnehmern und dem großen Rest ausmachen, wenig erstaunlich, wird doch selbst im Vergleich mit den Europa League-Teams ein Einnahmen-Faktor von 20:1 oder gar 30:1 wirksam.

 

So scheißt der Teufel immer weiter und höher auf den größten Haufen, während sich der FDP-Wähler über die Segnungen des Leistungsprinzips freuen darf. Einer der schönsten Glücksmomente, die dieses Prinzip zu bieten hat, ist dann wohl eine wiedererrungene ‚Vormachtstellung‘ (U. Hoeneß), die der ‚entthronte‘ (dt. Sportpresse) Meister und Pokalsieger blitzschnell mit einem ‚Abkupfern‘ made in ‚China‘ (J. Klopp) kontern will. Anyway, es muss schon die ganze große Wichtigkeit der Hackordnung an sich sein, die Sieger wie Verlierer so deutlich werden lässt. Ansonsten erinnern wir uns ja an keinen Kantersieg der Bayern, sondern an ein 1:0 im Pokalheimspiel; und an Großmutter Anna, die ihre Lauser damals oft wie folgt zur Ordnung rufen musste: „Jetzt tut halt nedd streiten!, tut lieber schön spiel‘n miteinand.“

 

Und weil wir schon bei den Extremen sind. Dass die Rekordvorsprung-Bayern durch sind, wird ebenso wenig bezweifelt wie der Abstieg der SpVgg aus Fürth. Christoph Kneer winkte den Fürthern in der SZ schon mal hinterher, mit einiger Sympathie sogar: dürften gern wieder kommen, das nächste Mal aber besser mit einem Stürmer. Stimmt. Sie hatten sich in Fürth zwar einen geleistet, Djiby Fall, nur floppte der (im Volksmund: Rein-Fall); der zweite, Nikola Djurdjic kam dann zu spät (und Edu? Mantel des Schweigens). Ein Fehlversuch, mehr geht dort nicht; und Sense. Das nur, falls jemand mal nachrechnen will: wie viele Fehleinkäufe sich z.B. der Mit-Abstiegskandidat Hoffenheim (oder auch Wolfsburg) in dieser Saison leisten konnte (Faktor 1:10?, oder 1:15?). Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass sie in Fürth mit dem Verzweiflungsrauswurf von Aufstiegstrainer Büskens ihre Unschuld verloren haben. Ein bisschen Romantik aber bleibt, in Kamerun zumindest grünt das Kleeblatt weiter (der Sportschau-Gucker kennt es schon), bei einer Schulklasse mit fränkischer Cheerleaderin:  zum youtube-video

Damit schnell noch zum europäischen Extrem-Gipfel, der Champions League. Dort könnte Schalke heute einen echten Coup landen, ein Sieg gegen Galatasaray, und schon zählt man nach einer wahrlich durchwachsenen Saison wieder zu Europas besten acht. Und Barça, Götterdämmerung gegen Milan? Mal schauen. Nach den Regeln einer Verschwörungstheorie, die ihren Namen auch verdient, könnte es doch so gehen: Berlusconi brauchte Milans Hinspielerfolg für die Wahlen, Barça durfte diese Niederlage dann nicht so verdächtig alleine dastehen lassen, also sorgte man in der Folge gleich mal für zwei Pleiten im Clásico gegen Real in Serie, das verschafft einer Krise erst die nötige Plausibilität – um Milan dann heute Abend mit einem 5:1 verabschieden zu können. Das aber hatten wir ja schon, und klar, gewagte Hypothese …


Vergleichsweise solide ist dagegen der aktuelle Stand im Tippspiel. Dem gepackten 12er-Mittelfeld der Tabelle sei Dank: Insgesamt 26 Punkte waren seit der letzten Auswertung neu zu vergeben (Topscorer: S 04 von Platz 9 auf 4). Und es brachte in der Tat so einiges durcheinander. Die Top-Ten sind nun eine dicht gestaffelte Vierzehn, mit ganzen sechs Zählern Abstand von Platz 1 bis 10; zum anderen schafften es gleich sieben Newcomer / Rückkehrer erstmals oder zurück in die Top-Ten.

Ganz vorne aber liegen wieder einmal, beide gleichauf mit je 59 Punkten, Budde Thiem und Dieter H. Jütting, vier Punkte vor den allesamt Drittplatzierten Alexander Sobotta, Andrea Gaßner, Christoph Zitzmann und dem Shootingstar der Runde, Markus Pohler (hoch von der 33 auf die 3!). Es folgen Christina Müller, Rainer Bode, Annett Hänel (Ex-24.), Hartmut Lehfeld, Klaus Farschon, Ludger Schulze, Patrick Kleinschmidt und Peter Hautmann.

 Die aktuelle Tabelle nach dem 25. Spieltag

 

Damit geht der Tipp schon mal in die Osterferien, mit einem Bein zumindest, und meldet sich wieder nach Länderspielen, Feiertagen und Spieltag 27, so etwa Anfang April wird es dann sein.

Soviel für heute, mit sportlichen Grüßen aus der Noris!

 

Ihr tippwart joschko