Bundesliga-Tipp Spieltag 25: 28,5 Mio. € - beim Steuerzahlen nur knapp verschätzt

Krimtataren, Russen, Malaien, Europäer, US-Amerikaner - alle Krisen verschwanden hinter dem Hype um die Steuermillionen des „Uligarchen“. Diese Welle reiten wir natürlich nicht mit, sondern nur ein bisschen.

Ach ja, unser neuer und alter Spitzenreiter ist Nicolas Heckel.

Akademie Bundesliga-Tipp 2013/2014: Der Stand nach Spieltag 25

Rundschreiben zum Bundesliga-Tippspiel
der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur

Liebe Tipperinnen und Tipper,

das wäre jetzt mal wieder ein gefundenes Fressen, stramm nach Karl Valentin: „Es ist alles gesagt. Bloß noch nicht von jedem.“ Uli Hoeneß natürlich; aber geht heute leider nicht. Bisschen groß, der Brocken (hinterfotziger Kommentar aus dem sonnigen Kalifornien kürzlich: „Jetzt muss das Runde also doch ins Eckige.“). Nein, die Rubrik der Tipprundmail ist schließlich seit Berti Vogts selig eben gerade nicht den niederen Reflexen verpflichtet; billige Häme, kübelweise Spott, nicht mit uns.

Eine Person, die sich wie nur wenige Zeitgenossen ins kollektive Bewusstsein gekickt hat, immer tiefer und hartnäckiger und quasi unauslöschlich, unvergesslich, step by step und Attacke auf Attacke, fast ein halbes Jahrhundert lang jetzt schon: als Spieler, Nationalspieler, Deutscher -,Europa-, Weltmeister, als „Mutter aller Fußballmanager“ (Fredi Bobic), auch als Gegenspieler und Verhinderer einiger schlimmer Finger (Christoph Daum, was eigentlich auch strafmildernd hätte gelten können; in Maßen), als Stifter und Poltergeist pro bono publico und Talkshow-Haudrauf und Kumpel der Kanzlerin usw. usf. – das macht’s schwierig. Viel vertrackter jedenfalls als damals etwa unser Anti-Berti-Bashing. Da bräuchte es diesmal schon eine gründliche und weit ausgreifende Meditation. Weil’s aber grad ziemlich pressiert, und nicht mal die Zeit bleibt für eine kurze Besinnung, für ein Meditatiönchen wenigstens, lassen wir es lieber gleich. Und sagen und fragen für heute nur mal soviel:
– Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun: Der FC Bayern 50 Ligaspiele unbesiegt, auf dem besten Weg zur Triple-Verteidigung und also auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft; sein Schöpfer dagegen auf dem Abstieg hinter Gittern. Eine Zusammenhangsvermutung.
– Der Fluch der Monotonie: 20 Meistertitel, 30 Jahre Tegernsee, 50 Millionen Steuerbuße jederzeit flüssig und womöglich sogar 40 Jahre Monogamie – da haben andere auch schon mal zur Kettensäge gegriffen; statt zum Pager für 50.000 Transaktionen. 

– Im Rausch der Selbstgerechtigkeit: Wo einer (Fußball)Tempel und Paläste und Ruhmeshallen wachsen lässt und alle Feinde mehr oder weniger zerschmettert hinter sich (Daum, Lemke, Zwanziger oder zuletzt sogar den BVB … und nur ein Blatter noch nicht plattgemacht ist), da könnte man schon besoffen werden von der eigenen Großartigkeit. Hin und weg von der eigenen Stringenz und Eineindeutigkeit und Persönlichkeit, die schier monolithisch hinwegragt über all diese anderen Semi-Erfolgreichen und furchtbar Widersprüchlichen und Zaudernden und Nicht-So-Durchgängig-Reinen-Und-Guten. Die besten Voraussetzungen also zum Selbstbetrug der Marke Hoeneß, natürlich einem besonders grandiosen.
– Steuerlich und mit sich im Reinen: Dachte er, sei er, sagte er im Prozess über sein Schweizer Zockerkonto. Dass er da in puncto Steuern eigentlich plus minus Null stehen müsste. Also nur um knapp 30 Mio. verschätzt. Die Mutter aller Manager? Der große Checker, Peiler, Macher? Mit solchen Dimensionen der Selbst- und Fehleinschätzung?

So, und damit auch genug. Wahrscheinlich muss halt „Ein Uli Hoeneß!“ erst mal in den Knast, um seinen eigenen Widersprüchen auf die Schliche zu kommen. Und das könnte inmitten einer irgendwie auch menschlichen Katastrophe am Ende sogar noch ein persönlicher Gewinn für ihn werden.

Und wie steht’s im Tipp?
Es rührt sich wieder ein bisschen was. Zu gewinnen oder verlieren gab’s in diesem Auswertungszyklus immerhin 15 Punkte. Das steckten die beiden Führenden noch relativ ungerührt weg – an der Spitze liegen weiterhin Nicolas Heckel mit jetzt 45 Zählern vor Dieter Gaßner (48), dahinter aber gibt’s in den Top-Ten gleich fünf Neu- oder Wiedereinsteiger. Von Platz 12 hoch auf die 3 schießt Alexander Sobotta, ebenfalls auf dem Dritten liegt Fedor H. Radmann. Dahinter folgen Günter Clobes, Klaus Weiner, Thorsten Bach (Ex-13.), Christian Schirmer, Dieter H. Jütting (Ex-16.), Dieter Hecking, Heiko Kusiek und Jan Welle (beide Ex-16.).

Die aktuelle Tabelle nach  25 Spieltagen (pdf, 67KB) finden Sie hier.


Soviel für heute, wir melden uns dann schon übernächste (Achtung, nach einer englischen!) Woche wieder zurück, kurz nach Spieltag 28.

Mit sportlichen Grüßen aus der Noris!
Ihr

tippwart joschko

PS. Es ist wieder mal soweit, El Clásico der nächste, Real – Barça, am So., 23. März um 21 Uhr – vermutlich wieder live und gratis im Netz unter www.fussballgucken.info