Bundesliga-Tipp Spieltag 21: Und kaum was bewegt sich noch

Hoch oben und weit entrückt, da thront der FC Bayern; und ungeachtet kleiner Dramolette auf den Plätzen (HSV, Gladbach, VfB, SV Werder, Braunschweig, Nürnberg ...) muss man sagen: Auch dahinter rührt sich kaum noch was. Auf ganze elf Platzwechsel in der Tabelle und damit neu zu vergebende Punkte addieren sich die Veränderungen seit dem 19. Spieltag, festgebackene Verhältnisse also, und die ganz große Tabellenrevolution ist nirgendwo in Sicht. Anyway, zu einem Wechsel an der Spitze unseres Tippspiels hat's dennoch gereicht: Heuer bereits zum zweiten Mal ganz vorne steht -- Dieter Gaßner!

 

Akademie Bundesliga-Tipp 2013/2014: Der Stand nach Spieltag 21

Rundschreiben zum Bundesliga-Tippspiel
der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur

Liebe Tipperinnen und Tipper,

kurz vor Anpfiff des 22. Spieltags kommt sie also doch noch, unsere Bilanz zu Runde 21. War leider etwas Druck im Kessel, klar, die Akademie hat da schließlich einen neuen Job ins Fenster gestellt – mit unglaublichem Sexappeal: neue/r Mitarbeiter/in gesucht, 30 Wochenarbeitsstunden, Entgeltgruppe TVöD 9. Da liefen die Drähte natürlich heiß. Anfragen von Bremen bis Langenzenn, vom Ex-Vodafone-Pressesprecher, der gleich sein komplettes Homeoffice samt globalem Netzwerk mitbringen will, bis zum altgedienten Mitarbeiter eines Fan-Projekts im hohen Norden. Der suche Ü 50 noch mal eine ganz neue Herausforderung; oder will eben nur schnell noch die Kurve kriegen ins wiedererweckte Nürnberg. Nur der Lodda hat seltsamerweise noch nicht angerufen, fehlt ihm am Ende unsere Handynummer?, aber kann ja noch werden. Die Ausschreibung läuft bis zum 7. März, was verlangt und was geboten wird, finden Sie auf der Akadmie-Website .

Dann, Sotchi, DIE SPIELE!, am Meer!!, mit Dauergast Putin!!!, gleich schräg gegenüber von der Ukraine, die Revolte oder auch DIE REVOLUTION, jedenfalls mit viel zu vielen Opfern. Mal abgesehen von den Nervtötern und Medaillenanbetern am Mikrofon – „Goooold, schon wieder K E I N  
G O O O O O L D, das ist d o c h   N I C H T  Z U  F A S S E N !“, nur weil jemand mit schwarzrotgoldenem Leibchen beim Skifahren mal wieder hingefallen ist, was natürlich und gerade im Winter niemals passieren darf – abgesehen davon könnten sich die Ausrichter der großen Spiele beim Blick übers Schwarze Meer ein bisschen auch bestätigt fühlen. Denn wie lautet doch das Mantra von IOC, Fifa oder Uefa, wenn mal etwas Kritik laut wird an der Vergabe sportlicher Weltereignisse vorwiegend an autokratische bis diktatorische Staaten? Genau, dass sie indirekt und per globalem Scheinwerferlicht und dank vielfacher politisch-medialer Wechselwirkungen am Ende doch sehr viel Gutes bewirken würden, quasi Siebenmeilenstiefel auf dem Weg hin zur Demokratie. Und, wo war die Fußballeuropameisterschaft vor noch nicht ganz zwei Jahren? Eben, in der Ukraine. Da kann man mal sehen, und Oberrusse Wladimir Wladimirowitsch sollte sich sicherheitshalber aber mal ganz ganz warm angezogen lassen.

Dann, Lebbe geht weiter, die Bundesliga. Zum HSV sagen wir jetzt mal nix, das hat Jan Feddersen in der taz schon sehr hübsch gemacht: „Dieser Verein, der einzige, der aus der Bundesliga nie absteigen musste, braucht die Verbannung in die Zweite Liga. Und zwar, um sich zu erholen. Um all die wichtigtuerischen Vereinslackel und Lackhalbschuhträger mit neoliberalem Fußatmerbewusstsein zu deckeln.“ Vereinslackel, Lackhalbschuhträger, Fußatmerbewusstsein, das ist gut, das hat Poesie!; weiter im Text ist dann noch die Rede von Honoratioren und Dreinsprechern, und dass denen alle miteinander mal ein Jahrzehnt lang Klappehalten gut täte, bzw. natürlich dem HSV. Eine Art Kollektiv-Verklappung der Klappeaufreißer und ihrer Ergüsse gewissermaßen. Denn was wäre die Alternative? Nur noch der Modus des FC Bayern: die Fans mal eben so richtig anfüttern mit ein paar Titeln und Trophäen, am besten Tripple aufwärts. Dann ist auch Ruhe im Stall. So eben, wie es Bayern-Präsident Hoeneß trotz namhafter persönlicher Fehlleistungen auf der letzten Jahreshauptversammlung mit großer Rührung erleben durfte. So geht das, ihr Fischköppe!

Dann, die Tabelle. Neun spielen gegen den Abstieg, darunter, dem HSV sei Dank, neuerdings und mit einigen Chancen auch wieder die Braunschweiger Eintracht. Sechs kabbeln sich um die Qualifikation für Europa, einer ist komplett entrückt, bleiben noch Hertha und der FC Augsburg, beide fest verortet im Niemandsland. Und diese Blöcke haben sich inzwischen auch so verfestigt, dass es in der Tabelle nur noch kleine Ausschläge gibt: in der Summe mit Verschiebungen um ganze 11 Plätze und Punkte seit dem vorletzten Spieltag. Immerhin aber, die skurrile Lage in Liga 2 macht’s möglich, ist Dresden vom 17. hoch auf Platz 16 – nach einem 2:3 beim FSV Frankfurt. Und hätte Aue am letzten Montag nicht etwas überraschend (doch was heißt das schon in dieser Liga) den ambitionierten FC aus Kaiserslautern geschlagen (1:0), wäre Dynamo sogar noch vor auf die 15.

Doch wie auch immer, zu einem Wechsel an Spitze unseres Tipps hat es trotzdem gereicht: Zum zweiten Mal in dieser Saison steht Dieter Gaßner mit 43 Zählern auf dem Platz an der Sonne, dicht gefolgt von Stefan Bauer (Ex-11.) und Günter Clobes. Hart auf den Fersen folgen unter den Top-10 Nicolas Heckel, Fedor H. Radmann, Bernd Siegler, Michael Schott (Ex-11.), Dieter Hecking, Klaus Weiner, Alexander Sobotta, Christian Schirmer (Ex-15.) und Hans Kohout (Ex-37.!).

Die aktuelle Tabelle nach  21 Spieltagen (67KB) finden Sie hier.

Dann freuen wir darauf, mit unserem neuen Praktikanten und Top-Tippassistenten Felix Gropper morgen zusammen ins Stadion zu gehen, schiedlich friedlich natürlich. Obwohl der aus Braunschweig kommt und die Eintracht nach Nürnberg; aber bitte, irgendjemand muss es ja vorleben, The Good In The Game.

Soviel für heute, wir melden uns dann Anfang März zurück, sobald der 23. Spieltag absolviert ist.

Mit sportlichen Grüßen aus der Noris!
Ihr
tippwart joschko