Bundesliga-Tipp Spieltag 19: Die beiden Führenden in einer eigenen Liga, die Schlusslichter auch

Der Abstand zwischen den ersten drei Plätzen wächst, dahinter regiert der Punktegleichstand. Erst die hintersten Platzierungen erlauben sich – was die Fehleranzahl angeht – ein wenig Individualität. Das Ehepaar Müjgan Tektas und Habib Bektas zum Beispiel bleibt souverän auf den abgeschlagenen letzten Plätzen.

 

Akademie Bundesliga-Tipp 2010/2011: Der Stand nach Spieltag 19


Liebe Tipperinnen und Tipper,

schon bitter, wenn man das Pokalhalbfinale vor der Nase hat und den Fangschuss auf Schalke in der 119. kassiert, nach 35 Spielminuten in Führung und 84 im Gleichstand. Doch es gibt Schlimmeres. Die Aussicht z.B., das Spiel von Fritz von Thurn und Taxis auf Sky kommentiert zu bekommen. Dass es immer noch ein bisschen schlimmer geht, beweist dann die Spielreportage von Wolf-Dieter Poschmann im ZDF.


Der Mann sieht nichts, nicht mal in der dritten Zeitlupe. Der Mann sagt nichts, was man nicht sowieso schon sieht. Und plötzlich sagt er dann doch was, bloß dass das garantiert nicht da hingehört. „Das wär’s gewesen!“ oder „Jetzt aber!“ oder „Das iss‘ es jetzt!“ oder auch „Jetzt mach ihn, Farfan!“. Klingt doch patent, der Mann geht mit? Ja, aber nur bei jedem Schalker Vorstoß. Poschmann ist so königsblau in der Wolle gefärbt, dass er die Leistung des Außerseiters kaum der Rede wert findet, nicht mal beim Tragödchen am Schluss. Im Unterschied zum Bayern-Fan und Gütereporter Marcel Reif fehlt im jeder Sinn für Relationen. Die sehr verschiedenen Ansprüche und Möglichkeiten der Klubs sind ja ein Maßstab, der was mit Fairness zu tun haben könnte. Poschmann sei Dank entwickelt sich so, und lang schon vor der 119., beim Club-Freund ein wachsender Groll: auf diese mit gepumptem Geld so unverdient aufgeblasenen Knappen. Was bei einem Sympathieverhältnis mit derartiger Tradition auch erst mal einer schaffen muss.

Am Ende aber erledigt sich Fachmann Poschmann doch noch selbst, unnachahmlich fast schon wieder. Als es gilt, dem 17-jährigen Sieg- und Sonntagstorschützen Julian Draxler die üblichen superlativischen Phrasenkränze zu winden: „jüngster Schalkeprofi seit Rüdiger Abramowitsch“. Abramowitsch, Ölmagnat und Chelsea-Macher, das könnte dann sogar ein Freudscher gewesen sein, für einen, der die Potentaten dieser Fußballwelt so unwiderstehlich findet. Richtig hieß der Rüdiger damals Abramczik, und er gab den Rechtsaußen auch nicht für Schalke 05, wie vielleicht eine andere alte ZDF-Koryphäe gesagt hätte, Carmen Thomas, die erste Sportstudio-Moderatorin überhaupt. Die aber, soll man nostalgisch werden?, durfte das bekanntlich nur einmal sagen, 1973 war‘s; und war danach ihren Job auch schon wieder los. Abramczik dagegen spielte ab 1973 noch munter 18 Jahre weiter, eine Saison davon sogar beim 1. FCN. Aber okayokay, Schluss jetzt, wir haben verloren, gut, wird auch noch weggesteckt; und Poschmanns Trost, nein,    d e n   brauchen wir schon gar nicht!


Was aber haben die ersten beiden Liga-Spieltage für unsere Tabelle gebracht? Ziemlich klare Verhältnisse. Zwei Tipper spielen derzeit in einer eigenen Liga: Einmal bestimmt Leon Gassner weiter das Geschehen, jetzt mit 63 Zählern (neuer Saisonrekord, erstmals unter 70), zehn Punkte dahinter lauert Oliver Fritsch. Und dann kommt wieder lange nichts, erst bei 80 Punkten geht’s weiter, im Grunde schon mit grauem Mittelmaß. Auf den Top-10-Plätzen, darunter insgesamt sechs Newcomer, folgen Jürgen Sigwart, Fritz Höfler, Manfred Rothenberger, Paul Joschko, Andrea Gaßner, Anja Bühling, Hans Kohout, Martin Bauer-Stiasny und Martin Haltermann. Dahinter schiebt sich das Feld dann Pünktchen für Pünktchen Richtung Tabellenkeller, wo jedoch das Ehepaar Tektas / Bektas souverän und konstant die Absicherung besorgt – da muss keinem bange werden.

 

 Das Tipper-Ranking nach dem 19. Spieltag zum Download (pdf, 64 KB)

 

Wir melden uns dann wieder Anfang Februar mit der Auswertung zum 21. Spieltag.
Soviel einstweilen, mit sportlichen Grüßen aus der Noris !

Ihr

tippwart joschko