Bundesliga-Tipp Spieltag 16: Die Champions vor Weihnachten heißen FC Bayern und Dieter Gaßner

Die Vorrunde ist noch nicht ganz vorbei, doch über den künftigen Meister 2014 gibt es schon heute keine Zweifel mehr. So viel zur Spannung in der Liga. Die Spannung im Tipp dagegen lebt: Mit fünf Newcomern in unseren Top-Ten – und dem sechsten Spitzenreiter der Saison, Dieter Gaßner.

Herzlichen Glückwunsch an die Spitze und uns allen einen sportlichen Rutsch ins neue Jahr!

 

Akademie Bundesliga-Tipp 2013/2014: Der Stand nach Spieltag 16 – und Winterpause!

Rundschreiben zum Bundesliga-Tippspiel
der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur


Liebe Tipperinnen und Tipper,

wenn der FC Bayern sein 17. Saisonspiel beim VfB Stuttgart erst Ende Januar nachholen kann, seine diesjährige Herbstmeisterschaft aber trotzdem in aller Weihnachtsruhe feiern kann, dann heißt das was. Es heißt natürlich und vor allem, dass die Bayern inzwischen in ihrer eigenen Liga spielen, nicht mehr ganz von dieser Welt. Fußballkapitaltechnisch ist das auch keine Riesenüberraschung, schließlich generierte der FCB zuletzt allein über 20 Prozent des Gesamtumsatzes der 36 deutschen Profi-„Vereine“: 432 Millionen Euro von insgesamt rund 2 Milliarden. Wird also langsam Zeit, dass sich endlich ein paar fußballbegabte Außerirdische melden, um die Spannung zurück ins Spiel zu bringen. Einige schöne Beispiele dafür, wie das dann ausschauen könnte, waren bereits beim Akademie-Wettbewerb um den „Fußball-Comic 2013“ zu besichtigen – doch schauen Sie selbst:

Das intergalaktische Finale auf dem krelanischen Arena-Asteroiden im Erdorbit, gezeichnet von Oliver Kammel:

http://www.fussball-kultur.org/fussball-kulturpreis/fan-preis-2013/bewerbungen/bewerbungen-detail/news/das-letzte-endspiel.html

Das intergalaktische Finale um den Fortbestand der Menschheit, gezeichnet von Johannes Dittmann und auch für BVB-Fans geeignet:

http://www.fussball-kultur.org/fussball-kulturpreis/fan-preis-2013/bewerbungen/bewerbungen-detail/news/mit-wehenden-fahnen.html

Andererseits, Weihnachten, da fängt es in unseren Breiten ja regelmäßig zu menscheln an. Und wenn es einen gibt, dem aus dem Riesenspektrum des Menschlich-Allzumenschlichen – vom Gottgleichen bis zum Bestialischen – rein gar nichts fremd ist, dann ist es sicherlich der Weltfußballverband Fifa. Genau so muss man sich dann auch die Idee mit der Fifa Klub-WM vorstellen. Eben ungefähr so, wie einen 12-, 13-Jährigen, der damals 1968, Olympia in Mexiko, Bob Beamons Wunderweitsprungweltrekord auf 8,90 Meter erlebt hat, mit ganz großen Augen; aber dennoch leise Restzweifel behielt, dergestalt: Ob es nicht vielleicht doch, irgendwo im Kaukasus, im Himalaya oder auf den Fidschis, den einen geben könnte (oder sogar ein paar Dutzend davon?), der noch viel weiter käme, fernab jeder Talentsichtung, Sportförderung, medizinischer Optimierung  – auf 9 oder sogar 10 Meter, und das womöglich sogar aus dem Stand?

Genau diese Versuchsanordnung probiert die Fifa nun bei ihrer sogenannten Klub-WM: Der FC Bayern gibt verdientermaßen den Weltchampion, als weltweit unbekanntes Testwesen aber hält diesmal ein marokkanisches Team her, namens? Moment mal, www.kicker.de, genau Raja Casablanca. Als eigentlicher Erkenntnisgewinn aber steht schon heute und vor dem großen Finale fest: Die idealische, die einzig wahre, die lupenreinste Verkörperung des Weihnachtsmanns ist und bleibt doch The One And Only: der Blatter Sepp.

Die entschiedene Herbst- und Meisterschaft heißt aber auch, dass wir nach dem 16. Spieltag jetzt schon den Deckel der Vorrunde schließen dürfen, um schnell noch ein paar Geschenke zu besorgen. Gut, die eine oder andere Überraschung gibt es immer, diesmal z.B. der Drei- oder auch Fünfkampf um die Vizemeisterschaft, oder das Aufblühen der Berliner Hertha und des FC Augsburg, die Konstanz von Mainz 05, die Torfestivals der TSG Hoffenheim, die Rekonvaleszenz des 1. FC Köln und der SpVgg Greuther Fürth in Liga 2. Schon weniger überraschend dagegen die anschwellende Sammlung lustiger Rekorde des Nürnberger Club; alles Bestmarken: 16 Mal ohne Sieg, 10 Unentschieden oder in 16 Spielen 16 Mal Latte oder Pfosten – zum Aluminiumvergleich: es folgen Hoffenheim (11), Frankfurt (10), der Ligaschnitt liegt bei knapp 6. Und frappierend, aber im Grunde nur natürlich, jedenfalls solange das TV-Publikum bessere Hilfsmittel zur Wahrheitsfindung hat als die Entscheidungsträger: so manche Schiedsrichterentscheidung; egal ob nicht drin und gegeben, drin und nicht gegeben, meilenweit im Abseits, aber der Mann an der Linie einen Moment lang mit Blindheit geschlagen ….

Alles ganz normal, menscheln wir jetzt selbst mal. Nach dem „Phantomtor von Hoffenheim“ etwa hat das Leibniz-Institut für Wissensmedien auf die jüngsten Studien des Kognitionspsychologen Prof. Dr. Markus Huff von der Uni Tübingen verwiesen, Fazit: „Spieler und Schiedsrichter sind in einem Fußballspiel mit einer Vielzahl von schnell wechselnden Sinneseindrücken konfrontiert. Idealerweise sollte ihre Aufmerksamkeit jederzeit auf mehrere Stellen des Spiels gerichtet sein: auf den Ball, den Stürmer, das Tor. Dieser Idealzustand ist jedoch mit der menschlichen Wahrnehmung nicht zu erreichen.“ Sondern im Zweifelsfall eben nur mit Hilfe der Technik. Und Stefan Kießling? Hatte nach seinem Kopfball doch genau das erlebt, was im Theoriegespinst zur phantastischen Literatur (zu der manche bekanntlich auch die Science fiction zählen) einen vielsagenden Namen hat: Riss in der Wirklichkeit – hoppla, und in Millisekundenschnelle sickert das Unglaubliche, das Ungeahnte, Nie-Erlebte und physikalisch eigentlich Verbotene ein und mitten rein ins ganz normale Leben; oder landet der Ball im Tor, obwohl er, wie selbst gesehen, doch gerade noch daneben war. Da finden wir: Sollte man dem Spieler Kießling doch zugestehen, ein paar Sekunden lang mal so richtig perplex zu sein (und sich vielleicht sogar von seinen jubelnden Mitspielern mitreißen / überzeugen zu lassen: „Du, Du Darfst Jubeln, War doch drin!“). Einen Strick draus drehen jedenfalls sollte man höchstens den Leverkusenern Erstjublern, sofern sie denn die Situation mit dem Miniloch im Netz tatsächlich voll gecheckt haben sollten. Und damit für heute: Friede auf allen Fußballplätzen!

Wer aber darf als letzter Spitzenreiter der Vorrunde in unserem Tippspiel überwintern? Es ist die sechste Nummer Eins bei bislang sieben Auswertungen und er heißt, mit vier Zählern Vorsprung – Dieter Gaßner (44 Punkte)! Frohe Weihnachten feiern dürfen zudem fünf Newcomer bzw. Rückkehrer in die Top-Ten, nämlich Heiko Kusiek (5.), Bernd Siegler, Jannis Albus, Jo Seuß und Michael Gabriel (alle auf Platz 8). Den zweiten Platz teilen sich mit je 48 Punkten Alain Sutter, Christian Schirmer und Klaus Weiner, dann folgen Dieter Hecking, Fedor H. Radmann und Andy Storjohann

Hier finden Sie den  aktuellen Stand nach Spieltag 16 (pdf, 67 KB )

Soviel für heute und für dieses Jahr, wir wünschen Ihnen allen eine friedliche Weihnachtszeit und einen sportlichen Rutsch ins Neue!

(… und melden uns dann zurück nach Spieltag 19, Anfang Februar)

Mit herzlichen Grüßen aus der Noris!
Ihr

tippwart joschko