Bundesliga-Tipp: And the Winners are ...

Baden gegangen ist beim FC Bayern am Ende nur die Meisterfeier, ansonsten Triumph auf allen Ebenen und ein phänomenaler Alleingang durch die gesamte Bundesligasaison. Ganz anders dagegen der Zieleinlauf bei unserem Tippspiel: Mit Dieter H. Jütting, Alexander Sobotta und Budde Thiem setzten sich diesmal gleich drei Tipper die Krone auf – moralischer Sieger, wenn man so will, ist Dieter H. Jütting, der sich ganz souverän auch den Titel in der Schnittwertung sicherte.

Akademie Bundesliga-Tipp 2012/2013: Der Endstand 

Liebe Tipperinnen und Tipper,

 

… besser spät als nie, hier also kommt sie schließlich doch, die Bilanz unserer Tippsaison 2012/13!

Wie üblich vorab kurz zum Sportlichen und Anverwandten. Ganz am Schluss ist der Stern des Südens dann doch noch baden gegangen, die Triple-Feier auf dem Marienplatz hatte ja was von Wasserball. Der Himmel über München weinte bitterlich, gerade so, als dürfe sich der Rest der Fußballrepublik auf diesem Wege ein bisschen wenigstens Erleichterung verschaffen.

Zuvor hatten die Durchmarsch-Bayern mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen, denn in den beiden finalen Finals, wer hätte das gedacht, wurde es doch tatsächlich noch mal richtig eng. Robbens 2:1 im Europaendspiel gegen Dortmund erst in der 89., das 3:2 im Pokal gegen Stuttgart am Ende so zittrig, dass Sense Timoschtschuk in der 83. für Flinkfüßler Robben einrücken musste. Ob BVB oder VfB, beide hätten sie den Siegeszug der Bayern noch stoppen können. Doch keiner von beiden konnte in den jeweils starken 30 Auftaktminuten die eigenen Chancen verwerten. Der FCB aber hielt dagegen und traf, und so hatte die bayrische Dreifachkrönung schon seine Berechtigung. Und den meisten Bayern war sie sogar zu gönnen, Typen wie Lahm, Schweinsteiger, Müller, Dante, Neuer, Van Buyten oder Martínez (über Hoeneß, Robben und v.a. Obskurant Sammer dann wieder ein andermal). Je nach Gusto der Fans sind die Bayern diesmal strahlende Allesgewinner, oder eben kindsköpfige Allesfresser wie jene Raupe Nimmersatt – jedenfalls: dank Lahm-Müller-Dante und der genialisch austarierten Trainer-Trias Heynckes (Weltrenommee auch als Fußballer)-Gerland (Ziehvater der Eigengewächse)-Herrmann (perfekter Trainerfuchs) konnten die Münchner für diesmal den Stinkstiefelfaktor in Schach halten.

Stichwort Dreifachkrönung, damit leiten wir jetzt ohne Naht und Gnade über zu unseren eigenen Titelträgern – der Tippkönig der Spielzeit 2012/2013 hört gleich auf drei Namen, nämlich auf …

 

….             Alexander          …….          S O B O T T A !   ((Konfetti, Tusch, HipphippHurra !!!))
….             Budde              …….              T H I E M !   ((Konfetti, Tusch, HipphippHurra !!!))
und           Dieter H.             …….          J Ü T T I N G !   ((Konfetti, Tusch, HipphippHurra !!!))

 

Die Gemeinschaft der übrigen 156 Geschlagenen zieht den Hut vor unseren drei Top-Tippern der Saison. Sie sind schön gleichmäßig in der Republik verteilt, sie sind auch beruflich hübsch diversifiziert und zudem ganz passabel auf der Altersskala verteilt (Ü 35 bis Ü 65 schätzungsweise): Professor der Soziologie und Akademie-Urgestein Dieter H. Jütting aus Münster, Jazz-Pianist und Musikpädagoge Budde Thiem aus Zirndorf bei Nürnberg sowie Soziologe und Diversity-Berater Alexander Sobotta aus Berlin. Eines aber eint sie alle drei: Am Ende lagen sie mit je 55 Punkten gleichauf an der Spitze – und damit den entscheidenden 2-Punkte-Tick vor der nächsten Konkurrenz.

Die schlechte Nachricht könnte jetzt sein, dass der Hauptgewinn durch drei zu teilen ist. Die gute aber lautet: Es ist genug für jeden da. Denn natürlich werden in dem Fall die für die Plätze eins, zwei und drei ausgelobten Preise zusammengeschmissen, was sich nicht nur proper aufsummiert auf insgesamt 21 Flaschen Frankenwein aus dem Fürstlich Castell’schen Domänenamt (12 + 6 + 3 Fl.), und dazu 120 Original Nürnberger Rostbratwürste (nein, diesmal eben n i c h t aus heimischer Hoeneßscher Produktion, es gibt da auch andere, die schmecken). Nein, es kommt noch besser, denn die ganze Ladung lässt sich sogar ohne Rest und Krümel durch drei teilen: macht nach Adam Riese je sieben Flaschen Franken und 40 Nürnberger für jeden – wohl bekomm’s !

Und besonders gut, und vor allem auch hoch verdient!, kommt es schließlich noch für Dieter H. Jütting.  Denn der konnte sich obendrein das Tipp-Double sichern, also den Zusatzsieg in der Durchschnittswertung, dank einer traumhaften Spielzeit-Platzquote von 3,50, bei sageundschreibe zehn Platz-Eins-Notierungen von insg. 16 Zwischenwertungen über die gesamte Saison hinweg (überragend besonders die Rückrunde: einmal auf der Zwei, dann neunmal auf Platz eins). Das hat den Sonderpreis verdient, drei Flaschen Franken extra, unterm Strich macht das dann zehn Bouteillen, die nach Münster gehen (kleiner Trost evtl. für die Aufstiegspleite von Preußen Münster in Liga 3, vor 50 Jahren immerhin Bundesliga-Gründungsmitglied).

Direkt hinter dem Spitzen-Trio dann ein weiteres Dreigestirn: nur um zwei Punkte geschlagen und mit je 57 Zählern gleichauf auf Platz vier landeten André Knabel, Andrea Gaßner und Manfred Ruschek. Sie alle könnten jetzt hadern, warum nur hat es nicht ganz gereicht? Eine hinreichende Antwort wäre schon: wegen Dynamo Dresden (am Ende 16. und erst in der Relegation gerettet). Denn alle drei hatten die Dresdner um die entscheidenden Pünktchen zu gut eingestuft, verglichen mit unseren drei Siegern (und sogar Katrin Müller-Hohenstein, 22.mit 63 Punkten – trotz Dynamo auf Platz 4! – hätte mit einem richtigen Dresden-Tipp noch gewonnen). Wir machen deshalb mal zweierlei: Einmal kriegen die Viertplazierten diesmal ausnahmsweise auch eine Tipp-Ehrenurkunde; und zweitens, second chance für alle Weitdanebentipper, lassen wir Dynamo Dresden einfach mal auf dem Tippzettel für die nächste Saison (der kommt dann gleich nächste Woche!).

Auch für die weiteren Top-Ten-Ehrenplätze der Abschlusstabelle braucht man beinahe ein Zielfoto: Hier notieren Knut Reinhardt und Philipp Köster (je 58) vor Annett Hänel, Christoph Zitzmann, Markus Pohler, Patrick Kleinschmidt und Peter Hautmann (alle 59).
In der Durchschnittswertung schließlich – Basis wie gesagt: 16 Blitztabellen –  rangiert hinter Dieter H. Jütting auf den (ebenfalls nicht weiter dotierten) Podestplätzen Alexander Sobotta (Schnitt 7,44) recht knapp vor Christoph Zitzmann (8,94).

 

 Der Endstand nach dem 34. Spieltag

 Die Durchschnittswertung

 

Ergänzend noch ein paar tipparithmetische Vignetten:

  • insg. 10 Punkte waren in der 34. Runde noch mal zu vergeben, 3 davon machte allein der 1. FC Nürnberg (hoch auf Platz 10), sportlich entscheidend aber waren die vergleichsweise kleinen Verschiebungen von Düsseldorf (von 15 auf 17), Hoffenheim (von 17 auf 16) und Augsburg (von 16 auf 15).
  • Wer auf „Geld schießt Tore“ setzte, konnte wie üblich nicht viel falsch machen; am Ende steht dieser Vergleichstipp auf Platz 37. Voll daneben lag er nur beim SC Freiburg: der Platz 5 erreichte statt 16. zu werden (und dann kommt auch schon Hoffenheim, 16. anstatt 9.). Ein kleiner romantischer Rest bleibt also; wäre Freiburg allerdings tatsächlich 16. geworden – hätte „Geld schießt Tore“ mit 54 Punkten glatt gewonnen.
  • Bis heute nicht vollständig aufgeklärt ist dagegen ein anderes altbekanntes Phänomen: Der sog. „Mittipper-Tipp“ rangiert meist ganz oben im Ranking, so auch heuer, Endstand Platz 22. Doch alle bisherigen Aufrufe verhallten ungehört (Schwarmforscher? Diss. über die Prognose-Intelligenz des Kollektivs?), okay, interessiert keinen, also Schwamm drüber.

 

Und schließlich eine kleine Jupp-Heynckes-Girlande samt vorsichtigem Ausblick:

Ältere Semester kennen das, das Aufwachsen im Nachkriegs-Deutschland war an und für sich schon ein recht zweifelhaftes Vergnügen, eingebettet in ein kleinbürgerlichen Milieu war es so ungefähr das Gegenteil vom Zuckerschlecken. Heynckes‘ Leben begann gewissermaßen mit dem Gongschlag der Nachkriegszeit: geboren am 9. Mai 1945, eines von 10 Kindern, Lehrberuf Stuckateur. Dann kam der Fußball, und Don Jupp als Spieler und Trainer viel in der Welt herum. Doch die typischen Früchte seiner Zeit und Herkunft begleiteten den ehrgeizigen, aufstiegswilligen, doch einseitig alimentierten und begabten Heynckes lange, bis hin zu seinen kurzen und unglücklichen Engagements bei Eintracht Frankfurt (1994, 1995), Schalke 04 (2003, 2004) und Mönchengladbach (2006, 2007). Verbissenheit, Erregbarkeit (‚Osram‘), Disziplinfanatismus, Pedanterie – viele Kleinkariertheiten wurden im nachgesagt, und erst in der Zusammenarbeit mit Co-Trainer Peter Herrmann (beide 2009-2011 bei Leverkusen, 2011-2013 beim FC Bayern) wirkte er auf einmal souverän und locker genug.

Vielleicht kam Heynckes, der während seiner Jahre in Spanien ganz sicher von einer dort ziemlich stabilen Autoritätsgläubigkeit profitierte, auch eine neue Spielergeneration entgegen – die Lahms, Mandžukićs und Schweinsteigers von heute wirken deutlich gewissenhafter und zielstrebiger als ihre direkten Vorgänger zu Zeiten des New Economy-Hypes. Auf jeden Fall aber hat sich auch Jupp Heynckes bewegen können. Und das ist am Ende dieser historischen Saison doch wirklich mal eine richtig schöne Geschichte.
Und wer weiß, vielleicht ist sie auch noch nicht zu Ende. „Jupp hat Pep“ signalisierten Bayern-Fans vor Monaten schon in der Kurve. Könnte sein, dass es Pep Guardiola bei den Bayern (unter? neben? jedenfalls, und ob  d a s  gutgehen kann: mit Sammer!?) ähnlich ergeht wie Klinsmann oder Rehhagel. Mal sehen, was Ende November ist und ob Triple-Crack-Heynckes dann nicht den Pep zurückbringen soll …

 

So, und nun beginnt sie also wieder, die schreckliche fußballlose Zeit. Na gut, heute Ballack-Abschiedsspiel in Leipzig und Start der U21-EM in Israel (bis 18.06.), bisschen Confed-Cup in Brasilien (15. - 30.06.), Frauen-EM in Schweden (10. - 28.07.) samt Frühstart der 2. Liga (19.07.), Uli-Hoeneß-Cup Bayern-Barça (24.07.), dann Supercup-Finale Bayern gegen Bayern, nein, gegen Dortmund (und nicht Stuttgart, 27.07., in Dortmund), dann ‚Audi-Cup‘ mit Bayern, ManU, AC Milan und Sao Paulo (31.07. + 01.08.), erste Pokalrunde (02. - 05.08.) – und dann, endlich!, endlich wieder Fußball: Start der Bundesliga am Fr., 9. August, vorauss. 20.30 Uhr.
Wem das aber nicht ganz reicht, der kann ja mal reinklicken bei Matthias Egersdörfer,  Sommerpause.

 

Nächste Woche dann die neuen Tippzettel, bis dahin – Ihnen allen ein herzliches Dankeschön fürs Mitmachen. Es würde uns natürlich sehr freuen, Sie demnächst wieder in diesem Stadion begrüßen zu dürfen!

Soviel für diesmal,
mit sportlichen Grüßen aus der Noris,
Ihr

 

tippwart joschko
(selbst mit der Bürde einer historisch miesen Tippsaison, Dresden, aber nicht nur …)

 

 ‚Hall of Fame’ der Fußballweisen – die Sieger im Akademie-Tippspiel