Autorisiert wird nach Steinzeitmethoden

20. Juli 2011: Die Medienpolitik während der WM

J. Köpp und M. Völker ( die tageszeitung) befassen sich kritisch mit der Medienpolitik während der WM: “Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und etliche Manager von Spielerinnen waren der Meinung, man könne der Öffentlichkeit ein bestimmtes Bild oktroyieren, die Presse führen und bevormunden. Das war zu einem Teil Strategie, zum anderen auch der Übervorsichtigkeit von DFB-Mitarbeitern geschuldet, die sich in der Welle der Aufmerksamkeit freischwimmen mussten. Lieber nichts falsch machen, war die Devise. Also wurden meist alle interessanten und irgendwie knackigen Stellen in Interviews umgeschrieben oder gar gestrichen. Manchmal wurde in den Manuskripten so wild herumgefuhrwerkt, dass sich manche Zeitungen entschieden, diese Interviews lieber gar nicht zu drucken. Bei den Frauen kommt man zwar leichter an Gesprächstermine heran, aber autorisiert wird nach Steinzeitmethoden. Das gesprochene Wort wird hier nicht nur nicht respektiert, sondern verfälscht.“