Authenzizität, Zorn und anderer Journalismus

1. Juli 2014: Per Mertesackers Interview sorgt für Gesprächsstoff.

Neben der genauso grandiosen wie  revolutionären Torwartleistung von Manuel Neuer dürfte vom gestrigen Abend besonders das kurze Interview mit Per Mertesacker in Erinnerung bleiben. Sichtlich erschöpft blaffte er den zdf-Reporter Boris Büchler an - weil der eben den wunden Punkt getroffen habe. So jedenfalls kommentiert  Frank Lübberding bei faz.net das Geschehen - und gratuliert: Denn genau solche Momente würden dem Journalismus fehlen. Gerade wenn er bei einer solchen WM eher Hofberichterstattung sei.

In eine ähnliche Kerbe schlägt  David Hugendick bei Zeit Online, der zudem noch sichtbar erfreut ist über die Reaktion des erfahrenen Abwehrspielers. Ja, den Zorn über die merkwürdige Anspruchshaltung der Öffentlichkeit solle er heraus lassen - und rückt ihn in die Nähe eines großen Philosophen.

Was übrigens von gestern auch in Erinnerung bleiben könnte: Die überragende Leistung des vermeintlichen Außenseiters Algerien! Nur mal so nebenbei. Mertesacker verbringt schließlich nicht umsonst "die nächsten drei Tage in der Eistonne".