Am langen Hebel

30. September 2011: Die Arbeitsverweigerung von Carlos Tevez

Die Arbeitsverweigerung von Carlos Tevez im Spiel der Bayern gegen Manchester schlägt weiter hohe Wellen.
Christian Eichler ( Frankfurter Allgemeine Zeitung) beschäftigt sich mit den Hintergründen: „Es ist das Verwirrspiel eines Mannes, der sich am langen Hebel glaubt. Denn Klubs investieren viel Geld in gute Spieler, und ihre Verträge mit diesen Spielern stellen einen Gegenwert dar – Millionen, die sich aus Marktwert und Restdauer des Vertrages errechnen. Ein normaler Arbeitnehmer verliert durch Kündigung seinen Job – ein namhafter Fußballprofi aber gewinnt die Chance auf einen neuen, besseren. Er muss nur einen Klub finden, der sich die teure Ablöse für den nun vereinslosen Profi sparen und ihm deshalb noch mehr Gehalt zahlen kann. So wie der Italiener Antonio Cassano, der den Präsidenten von Sampdoria Genua beleidigte, rausflog – und als Schnäppchen vom AC Mailand genommen wurde. In diesen Fällen wird gern gefordert, Klubs sollten zusammenhalten und solchen Spielern keinen neuen Job anbieten. Damit es so käme, müsste man nicht einen einzelnen Profi austauschen. Sondern den ganzen Profifußball.“